Zeigt den Radier-Zyklus „Tag-Monat-Jahr / Eine Bestandsaufnahme“ (1984), eine künstlerische Antwort auf alptraumhafte Kindheitserinnerungen.
Druckgrafik im Portrait: CHC Geiselhart – Radier-Zyklus 1984
Einleitung CHC Geiselhart präsentiert ein Werk, das persönliche Geschichte mit einem globalen literarischen Mythos verknüpft. Sein Beitrag zur DRUCKSPUR südwest 2026 ist eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit Angst, Zeitgeist und deren Bewältigung durch die Radierung.
Das Werk in der Ausstellung Der Radier-Zyklus „Tag-Monat-Jahr/Eine Bestandsaufnahme“ umfasst 12 Monatstafeln aus dem Jahr 1984. Es handelt sich um eine „nahe Begleitung des täglichen Geschehens durch das gesamte reale Jahr 1984“, die als künstlerisches Korrektiv zur literarischen Dystopie fungiert.
Künstlerischer Ansatz & Philosophie Der Ursprung des Werks liegt im Jahr 1959: Eine Filmvorführung von George Orwells „1984“ im Kolpinghaus in Reutlingen versetzte den damals zehnjährigen Geiselhart in „Angst und Schrecken“. 25 Jahre später schuf er den Zyklus als bewussten „Versuch, den alptraumhaften Erinnerungen des Kindes etwas entgegenzusetzen“. Die Radierung wird hier zum Instrument der psychologischen Selbstbehauptung.
Erlebnis vor Ort & Rahmenprogramm Die Präsentation im „Alten Gefängnis“ in Münsingen verleiht dem Zyklus eine beklemmende Authentizität. Inmitten der historischen Zellenwände und vergitterten Fenster wird die Thematik von Überwachung und Isolation physisch spürbar.
Kurz-Vita & Kontakt
- Ort: Reutlingen
- Kontakt: Erreichbar über die Projektleitung (Edith Koschwitz).
Curt Hans Chrysostomus (CHC) Geiselhart bezeichnet sich als Maler, Bildhauer und Drucker, ab 1990 hat er als Mitglied von XYLON den Tiefdruck der Radierung mit dem Hochdruck des Lino- und Holzschnitts vertauscht. Zugleich begann er seine Werkreihe TRANSITUS, in der seither eine Vielzahl von Leinwandarbeiten, Wächter- Skulpturen und Druckserien entstanden. Im Wechsel des technischen Zugriffs untersucht er den inhaltlichen Ansatz dieser Werkreihe, den er in einem Zitat aus dem Jahre 2000 folgendermaßen zusammengefasst hatte:
„Vielleicht ist es die einzige Möglichkeit, auf die Tatsache des Seins zu reagieren, indem man ihr etwas ähnlich Rätselhaftes gegenüberstellt!“